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Kopf des Protokolls

Ergebnisprotokoll

Thema:

16. gemeinsame Fachtagung der
Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure und
der Kataster- und Vermessungsverwaltung

Datum:   am 04. und 05.09.2009

Ort:          Erkner – Bildungszentrum

Tagesordnung:

TOP
TOP   0 Begrüßung und Begründung zur Strategie des Kleinen Geodätentags
TOP   1 Geoinformationen aus dem Weltraum – ein Rohstoff für Umwelt und Forschung
TOP   2 Vermessungsverwaltung in neuen Strukturen und Öffentlich bestellte
               Vermessungsingenieure im Freistaat Sachsen – Berufsrecht und Aufgaben
TOP   3 GIS in der Kreisverwaltung – Spannungsfeld zwischen Erzeugung und
               Nutzung von Geodaten
TOP   4 Das neue Leitbild (2004 - 5 Jahre später)
TOP   5 Aktuelle Entwicklung in der amtlichen Wertermittlung durch die Gutachterausschüsse
TOP   6 AFIS-ATKIS-ALKIS-Projekt Brandenburg: Pflicht und Kür
TOP   7 Das neue Geodateninfrastrukturgesetz für Brandenburg
TOP   8 EFRE-Förderung
TOP   9 GSC und EFRE Werkstattbericht, Brandenburg-Viewer
TOP 10 Die städtebauliche Umlegung – Änderungen durch die neue Rechtsverordnung
TOP 11 Die Stellung des Freiberuflers in Europa
TOP 12 Die Novellierung der brandenburgischen Bauvorlagenverordnung
TOP 13 Ausbildung in der ZAF in Frankfurt (Oder)
TOP 14 Aktuelles aus dem Raumbezug
TOP 15 Bericht der Aufsicht
TOP 16 Praxisbericht eines ÖbVI
TOP 17 Standesregeln des BDVI
TOP 18 Podiumsdiskussion: Geodaten ohne Staat
 
Leitung der Sitzung: Herr Tilly (LGB) Protokollführung: Frau Smola (LGB)
  Frau Ehlers (MI)  
  Herr Schultz (BDVI)  

Besprechungsergebnisse:

TOP 0 Eröffnung

Herr Schultz eröffnet die Tagung mit der Begrüßung von Herrn Keseberg, den Gästen aus den anderen Bundesländern sowie allen Anwesenden.
Zu Beginn der Veranstaltung verweist Herr Schultz darauf, dass es in der Fachtagung keine Ausführungen zum Brandenburgischen Geoinformations- und Vermessungsgesetz und den neuen Verwaltungsvorschriften geben wird. Es sollen vielmehr andere aktuelle Aspekte des Berufsfeldes beleuchtet werden, die auch einen Blick über den Tellerrand der Vermessungswelt hinaus gewähren sollen. Die Fachtagung beginnt mit einem Festvortrag und wird mit einer Podiumsdiskussion, zu der Wortmeldungen und Diskussionsbeiträge erhofft werden, schließen.
Herr Schultz wünscht eine interessante Veranstaltung und hofft, dass jeder Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen wird.

Der Leiter der Abteilung III im MI, Herr Keseberg, übermittelt die Grußworte des Innenministers. Er erinnert daran, dass Herr Schönbohm im letzten Jahr selbst zur Eröffnung der Tagung anwesend war und knüpfte an dessen Ausführungen an. Mit Bezug auf das Brandenburgische Geoinformations- und Vermessungsgesetz führte Herr Keseberg aus, dass nicht immer alle fachlichen Ansätze, die im Entstehungsprozess eingebracht worden sind, politisch akzeptiert und in den verabschiedeten Gesetzen ihren Niederschlag finden. Er ist aber überzeugt davon, dass mit diesem neuen Gesetz eine solide Basis für die praktische Aufgabenbewältigung vorliegt. Das Land hat in die technologische Erneuerung der Vermessungsverwaltung mit den Haushaltsplanungen gut 13 Mio € investiert und ein Teil der Mittel wurde bereits, hauptsächlich im Bereich der 3A-Einführung, investiert. Dem steht jedoch gegenüber, dass die Finanzausstattung der Kataster- und Vermessungsämter wegen langfristig geringerem Personalbedarf auch langfristig abgesenkt wird. Herr Keseberg plädierte dafür, neben der Kritik an der Höhe der Kostenerstattung und dem neuen Verteilungsmodell, die Chancen (Planungssicherheit, eine belastungsgerechte Mittelverteilung, Anreize zur Steigerung der Effizienz der Aufgabenerledigung) nicht zu übersehen.
Weiterhin berichtet Herr Keseberg über die Versetzung von Herrn Oswald in den Ruhestand. Frau Ehlers ist seit September mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt.
Er stellt fest, dass auch in diesem Jahr wieder eine breite Palette von Themen auf der Tagesordnung steht und dankt allen Organisatoren ausdrücklich für ihr Engagement. Herr Keseberg wünscht allen Teilnehmern eine lebendige und anregende Fachtagung.

Der BDVI-Präsident, Herr Zurhorst, ist begeistert über die Resonanz der Tagung. Er begrüßt die hohe Zahl der Besucher, die trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten an der Fachtagung teilnehmen. Herr Zurhorst lobt die beispielhafte Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und freiem Beruf in Brandenburg. Er ruft auf, auch weiter daran festzuhalten, da nur gemeinsam diese wichtige Aufgabe erfüllt werden kann. Er wünscht allen eine angenehme Tagung.

Herr Tilly begrüßt die Anwesenden und verweist auf das anspruchsvolle Tagungsprogramm. Er geht davon aus, dass der eine oder andere die direkte Diskussion der täglichen Praxis im Liegenschaftskataster vermisst, stellt aber dar, dass die Fachtagung übergreifende Themen behandeln soll.
Er freut sich, dass Herr Reiter zugesagt hat, hier und heute den Festvortrag zu halten. Der Name ”Reiter” ist bekannt, aber ihn zu erleben und die Eindrücke aus dem All visualisiert zu bekommen, ist etwas Besonderes. Herr Reiter war bei zwei Missionen für jeweils ein halbes Jahr im All, wobei zwischen den beiden Missionen elf Jahre liegen. Die Veränderungen der Erde innerhalb dieser Zeitspanne werden in dem Vortrag von Herrn Reiter analysiert.
Herr Tilly übergibt mit dem Zitat von Alexander von Humboldt ”Bevor man sich eine Weltanschauung bildet, sollte man sich die Welt erst ansehen” das Wort an Herrn Reiter.






TOP 1 Festvortag
Geoinformationen aus dem Weltraum - ein Rohstoff für Umwelt und Forschung

Herr Reiter, Vorstandsmitglied des DLR und Astronaut, berichtet in einem eindrucksvollen Vortrag über die Gewinnung von Geoinformationen aus dem Weltraum. Er dokumentiert Veränderungen der Erdoberfläche und zeigt künftige Aufgabenfelder für die Forschung sowie die direkte Nutzung für die einzelnen Bevölkerungsschichten auf.
Herr Reiter schildert die Arbeit im All und untersetzt dies mit beeindruckenden Fotos und Videoclips.






TOP 2 Vermessungsverwaltung in neuen Strukturen

Der Leiter des Referates Geobasisinformation und Vermessung vom sächsischen Staatsministerium des Innern, Herr Werner, berichtet über eine ähnliche Veranstaltung in Sachsen, die allerdings nur eintägig ist und lädt Vertreter der Brandenburger Verwaltung herzlich dazu ein. In seinem Vortrag blickt er auf die Vorschläge der Expertenkommission zur Verwaltungsmodernisierung 2005 zurück und gibt einen Abriss über die Änderungen des Vermessungswesens im Freistaat Sachsen.

Bericht aus Sachsen (von Herrn Werner)

Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure im Freistaat Sachsen – Berufsrecht und Aufgaben
Über die direkten Auswirkungen der neuen Strukturen in der sächsischen Vermessungsverwaltung auf das Berufsleben der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure informiert der BDVI-Vorsitzende der Landesgruppe Sachsen, Herr Heide. Dabei berichtet er über die Aufgaben des freien Berufsstandes, von den Änderungen des Berufsrechtes und weist auf Unterschiede zum Berufsrecht in Brandenburg hin. Herr Heide berichtet auf Nachfrage von Herrn Tilly über Aktivitäten des BDVI Sachsen, zur Einhaltung der Berufspflichten. So arbeitet der BDVI mit Unterlassenserklärungen, die die ÖbVI an die ordnungsgemäße Berufsausübung binden sollen. Herr Tilly bittet den BDVI Brandenburg, die von Herrn Heide vorgetragene Vorgehensweise in der Landesgruppe zu erörtern.

Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure im Freistaat Sachsen (von Herrn Heide)






TOP 3
GIS in der Kreisverwaltung – Spannungsfeld zwischen Erzeugung und Nutzung von Geodaten

Über seine Erfahrungen bei der täglichen Arbeit mit Geoinformationssystemen referiert Herr Schmidt-Schönfelder, GIS-Koordinator im Landkreis Oder-Spree. In seinem Beitrag spricht er über die GIS-Systeme in den Kreisverwaltungen und kreisfreien Städten, die Aufgaben des GIS-Koordinators, die Geoinformationen und die Geoinformationssysteme in der Kreisverwaltung Oder-Spree sowie die Anbindung von WebGIS an Fachverfahren.

GIS in der Kreisverwaltung (von Herrn Schmidt-Schönfelder).


Frau Ehlers hält einen Beitrag bezüglich der neuen Vorschriften im Vermessungswesen zur heutigen Veranstaltung für verfrüht. Sie bittet aber um Übersendung von Problemen und Fragestellungen, die sich bei der täglichen Auseinandersetzung mit den Vorschriften ergeben, um diese zu einem späteren Zeitpunkt zu erörtern.






TOP 4 Das neue Leitbild (2004 – 5 Jahre später)

Fünf Jahre nach seinem, allen in Erinnerung gebliebenen, Vortrag mit der Ungleichung 2 + 2 < 5, berichtet Herr Hagen, Fachdienstleiter Kataster- und Vermessungsamt im Landkreis Potsdam Mittelmark, über die Erfüllung der gesetzten Zielvorstellungen. Dabei erinnert er an die vor fünf Jahren verfasste Zielstellung und stellt fest, dass die Ziele regional unterschiedlich erfüllt wurden. Er betrachtet dabei aber auch die infrastrukturellen Gegebenheiten und bezieht die Anzahl der in Brandenburg tätigen ÖbVI, die Personal- und Aufgabenentwicklung wie auch die Qualität der eingereichten Vermessungsschriften ein.
Er beendet seinen Vortrag mit der Aufrechterhaltung seiner Ungleichung und bittet alle, weiter aktiv auf die Erfüllung der gewünschten Ziele hinzuarbeiten.

Das neue Leitbild 2009 (von Herrn Hagen)






TOP 5 Aktuelle Entwicklung in der amtlichen Wertermittlung durch die Gutachterausschüsse

Über die aktuelle Entwicklung in der amtlichen Wertermittlung referiert Frau Ehlers (MI). Sie erläutert dazu die veränderten Rahmenbedingungen durch die Novellierung des BauGB und der WertV sowie der Novellierung der Gutachterausschussverordnung und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Aufgabenwahrnehmung durch die Gutachterausschüsse.

Aktuelle Entwicklung in der amtlichen Wertermittlung (von Frau Ehlers)






TOP 6 AFIS-ATKIS-ALKIS-Projekt Brandenburg: Pflicht und Kür

Herr Schönitz (MI) gibt einen Zwischenstand zum bisher Erreichten. Er zeigt aber auch auf, was zur Fertigstellung des Projektes noch geleistet werden muss. Dabei unterscheidet er zwischen Pflichtaufgaben, die zwingend zu erledigen sind, und der sog. Kür. Herr Schönitz betont aber, dass auch die über die zwingend zu erledigen Aufgaben hinaus gehenden Aufgaben nicht zu vernachlässigen sind, da nur durch diese eine hohe Akzeptanz bei den Nutzern erreicht werden kann.

AFIS-ATKIS-ALKIS-Projekt (von Herrn Schönitz)






TOP 7 Das neue Geodateninfrastrukturgesetz für Brandenburg

Zur Einführung des Geodateninfrastrukturgesetzes in Brandenburg referiert Herr Dr. Meinert (MI). In seinem Vortrag erläutert er Begrifflichkeiten, die Anwendung des GDI-Rechtes und weitere Handlungsfelder.

Geodateninfrastrukturgesetz (von Herrn Dr. Meinert)






TOP 8 EFRE-Förderung

Über die EFRE-Förderung 2007 - 2011 (2013) berichtet Herr Strehmel (MI). Er macht Ausführungen zur Förderrichtlinie und zu den Grundsätzen der Förderung. Im Verlauf des Vortrages konkretisiert er das Förderverfahren und gibt einen Überblick über die noch zur Verfügung stehenden Mittel.

EFRE-Förderung (von Herrn Strehmel)






TOP 9 GSC und EFRE Werkstattbericht, Brandenburg-Viewer

Herr Sorge (LGB) berichtet in seiner neuen Funktion als Leiter des Dezernates ”Geodateninfrastruktur Brandenburg, GeoServiceCenter” über die Einrichtung und Aufgaben des GeoServiceCenters (GSC) in der LGB. Er zeigt die Funktionsmöglichkeiten des Brandenburg-Viewers und die neu hinzugefügte Darstellung der Geschäftsstellenadressen der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure.
Zum Thema EFRE informiert Herr Sorge über Probleme bei der Antragstellung und speziell über die Hauptprobleme der Kommunen. Als Lösung nennt er die Unterstützung der Kommunen durch die ÖbVI, die als kompetente Ansprechpartner bei möglichen Kooperationen mit der Geoinformationswirtschaft als Dienstleister tätig werden können.

GSC und EFRE Werkstattbericht, Brandenburg-Viewer (von Herrn Sorge)






TOP 10 Die städtebauliche Umlegung - Änderungen durch die neue Rechtsverordnung

Die sich aus der neuen Rechtsverordnung ergebenen Änderungen im Bereich der städtebaulichen Umlegung werden in diesem Beitrag vom ÖbVI Pötinger vorgestellt. Er vergleicht anschaulich die Regelungen der neuen Umlegungsausschussverordnung mit der aus dem Jahr 1994.

Städtebauliche Umlegung (von Herrn S. Pötinger)






TOP 11 Die Stellung des Freiberuflers in Europa

Herr Zeddies, Geschäftsstellenleiter der AdV, bezeichnet in seinem Vortrag die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure als ”Vermessungsingenieur mit Lizenz”, da die Bezeichnungen in den europäischen Ländern sehr vielfältig sind. Er führt aus, wo es in Europa ”freiberufliche” Vermessungsingenieure gibt. Im Weiteren erläutert er den Einfluss der EU auf den Berufsstand und beleuchtet dabei die Artikel 39, 43, 45 und 49 des EG-Vertrages.
Er hebt hervor, dass um die gegenseitige Anerkennung von Berufsabschlüssen gekämpft wird.Im Verlauf seines Vortrages geht er auf die EU-Dienstleistungsrichtlinie und einige damit verbundene Ziele ein. Abschließend schildert Herr Zeddies die Voraussetzungen für den Erhalt von Lizenzen in Europa und listet die Hauptaufgabengebiete der Lizenznehmer auf.

Die Stellung des Freiberuflers in Europa (von Herrn Zeddies)






TOP 12 Die Novellierung der brandenburgischen Bauvorlagenverordnung

Herr Gröger berichtet in seinem Vortrag zur Novellierung der Bauvorlagenverordnung. Er beginnt seine Ausführungen mit der Aufzählung der Änderungen der Brandenburgischen Bauordnung und anderer Gesetze. Er erläutert die Möglichkeit der digitalen Einreichung von Anträgen mittels qualifizierter elektronischer Signatur. Im Folgenden erläutert er den Paragrafen für den Amtlichen Lageplan und die Bedingungen, die eine örtliche Messung verzichtbar machen. Ein weiterer Punkt ist die Möglichkeit des Verzichtes auf den Amtlichen Lageplan.

Novellierung der Bauvorlagenverordnung (von Herrn Gröger)






TOP 13 Ausbildung in der ZAF in Frankfurt (Oder)

Über die Ausbildung in der Zentralen Aus- und Fortbildungseinrichtung (ZAF), die sich seit September 2008 am Betriebssitz der LGB in Frankfurt (Oder) befindet, berichtet Herr Bergweiler (LGB). Er lobt die durch den Umzug verbesserten Bedingungen hinsichtlich der räumlichen und technischen Ausstattung. Er gibt einen Überblick über die Schwerpunktaufgaben der Ausbildung. An Hand von Grafiken erläutert Herr Bergweiler die Entwicklung der Anzahl der Ausbildungsbetriebe und die rückläufigen Neueinstellungen von Auszubildenden. Er appelliert an alle potentiellen Ausbildungsbetriebe, jungen Menschen die Chance auf eine qualifizierte Ausbildung zu ermöglichen.

Ausbildung in der ZAF (von Herrn Bergweiler)






TOP 14 Aktuelles aus dem Raumbezug

Herr Reinkensmeier (LGB) stellt sich als neuer Leiter des Dezernates ”Geodätischer Raumbezug” vor.Er berichtet über die Verfügbarkeit von SAPOS in 2008 und aktuelle Entwicklungen.
Bezüglich der terrestrischen Festpunktfelder gibt er einen Überblick über das Erreichte und einen Ausblick in die Zukunft. Die vor 2 Jahren eingeführte verlängerte Gültigkeitsdauer des Kalibrierungszeugnisses zur Kalibrierung der elektrooptischen Distanzmesser hat sich nach den Ausführungen von Herrn Reinkensmeier bewährt. Er bittet alle ÖbVI, im Interesse zuverlässiger und genauer Messungen, dieses Intervall einzuhalten.
Zur Nachfrage aus dem Auditorium nach Verbesserungen zu den Höhenfestpunkten im südlichen Brandenburg, welche vom Bergbau betroffen sind, führt Herr Reinkensmeier aus, dass die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit Vattenfall und der LMBV geprüft wird, um eine Vereinbarung zum Datenaustausch zu treffen.

Aktuelles aus dem Raumbezug (von Herrn Reinkensmeier)

Beantwortung der Auditoriumsfrage






TOP 15 Bericht der Aufsicht

Zu Beginn dieses Tagesordnungspunktes nimmt Herr Tilly Bezug auf die Veranstaltung in der Staatskanzlei am 20.03.2009 und bedankt sich für die offenen Gespräche, die er nachträglich mit vielen ÖbVI geführt hat.
Die Aussage über die qualitativ schlechten Leistungen der ÖbVI möchte Herr Tilly nicht so verallgemeinert stehen lassen. Diese Aussage müsse man differenzieren. Er betont aber, dass gleichwohl die Anzahl der fehlerhaften Kostenbescheide und der Vermessungsschriften nicht unbedeutend seien. Er untermauert dies mit dem Zitat eines ÖbVI, der von ”miserabler Qualität” spricht. Der ÖbVI als Berufskollege ist die eigentliche Prüfstelle, da die Katasterbehörden die beigebrachten Vermessungsschriften nur formal prüfen. Herr Tilly macht deutlich, dass nach wie vor die Prüfung der Einhaltung der Gebühren- und Kostenordnung ein Schwerpunkt der Aufsichtstätigkeit ist. Er betont, dass der ÖbVI eine staatsgebundene Einrichtung ist und somit die Kostenvorschriften nicht unterlaufen darf.
Er berichtet von immer wiederkehrenden Forderungen, die Aufsicht personell zu verstärken. Er ruft alle ÖbVI auf, sich selbst für den Berufsstand einzusetzen.
Abschließend informiert Herr Tilly über die künftigen Änderungen bei der Geschäftsbuchführung, die Option der Kostennacherhebung und der Schwerpunktgeschäftsprüfung.
Abschließend weist Herr Tilly darauf hin, dass nicht das Handeln der ÖbVI die Norm bestimmt, sondern die Norm das Handeln der ÖbVI.

Frau Thomalla (LGB) berichtet über die Neugestaltung der Aufsichtstätigkeiten bezüglich der Änderung der Inhalte der Geschäftsprüfung. Es ist vorgesehen, die Kostenprüfungen unabhängig von den Geschäftsprüfungen durchzuführen. Weiterhin informiert sie die ÖbVI über die zeitnah zu erwartende normierte Datenabgabe bestimmter Inhalte des Geschäftsbuches, welche mittels Rundschreiben der LGB zum Geschäftsbuch einheitlich geregelt werden wird.
Sie stellt grafisch die Tätigkeiten der Aufsichtsbehörde der Jahre 2008 und 2009 gegenüber und erläutert, dass auch im Jahr 2009 Verstöße gegen die Berufspflichten geahndet wurden. Im statistischen Teil des Vortrages zeigt sie die zahlenmäßige Entwicklung der ÖbVI und deren Personalentwicklung auf.
Zum Ende des Berichtes gibt sie einen aktuellen Hinweis zur Außendarstellung der ÖbVI unter Verwendung des Hoheitszeichens.

Bericht der Aufsicht (von Frau Thomalla)






TOP 16 Praxisbericht eines ÖbVI

In einem bewegenden Bericht schildert der ÖbVI Sydow die Veränderungen des Alltages vom Beginn seiner Selbstständigkeit im Jahr 1992 bis hin zu den neuen Herausforderungen des Jahres 2009.
Er beginnt rückblickend bei der ”Wende” und berichtet über den Wechsel der politischen Systeme und die daraus erwachsende Herausforderung der beruflichen Selbstständigkeit. Herr Sydow erinnert an volle Geschäftsbücher und Abarbeitungszeiten von mehreren Jahren, was heute nicht mehr vorstellbar ist.
Er kritisiert die Diskussionen und Debatten der ehemaligen Vermessungsbefugten, die die Prüfung zum Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur nicht bestanden hatten. An dieser Stelle hätte er sich eine klare Zurückweisung gewünscht.
Weiter berichtet Herr Sydow von Schulungen und Fortbildungsmaßnahmen, die zur erheblichen Verbesserung der Vermessungsschriften geführt haben. Er lobt die enge und konstruktive Zusammenarbeit zwischen den ÖbVI, den Katasterbehörden, dem Landesvermessungsamt und dem Ministerium des Innern. Weiter erinnert er an die Veränderungen der Tätigkeit durch die Novellierung des Baurechts, welche mehr Verantwortung für die ÖbVI zur Folge hatte.
Als willkommene Erweiterung des Geschäftsfeldes beschreibt Herr Sydow die Mitarbeit bei der Erstellung der ALK. Lobend erwähnt er das MI, das es hier innovativ und geschickt geschafft hat, solide Rahmenbedingungen zu ermöglichen.
Trotz EFRE und der damit verbundenen neuen Aufgabe konnte der Einbruch des Antragsvolumens nicht ausgeglichen werden. Herr Sydow beanstandet die fehlende Unterstützung durch den Staat.
Weiter merkt er kritisch an, dass die ÖbVI nicht in die Arbeiten zur Qualitätsverbesserung einbezogen werden.
Herr Sydow fordert eine auskömmliche Gebührenordnung. Die mit dem neuen Gesetz verbundenen Festlegungen und Ziele bewegen und beunruhigen ihn.
Herr Sydow fordert weiterhin die ernsthafte Auseinandersetzung mit der Anzahl der ÖbVI. Nach seinen Ausführungen darf die Diskussion um Zulassungsbeschränkungen nicht ausgeklammert werden. Die Aussage, dass der Markt die Zahl der ÖbVI bereinigt, ist nicht zutreffend.
Von der LGB und dem MI wünscht er sich mehr Initiative bei der Einführung und Umsetzung der neuen Vorschriften.
Er merkt an, dass er den Eindruck hat, dass die Zusammenarbeit nicht mehr so harmonisch ist, wie in den früheren Jahren. Er untermauert dies mit den kontroversen und langwierigen Streitgesprächen zum Thema Abmarkung. Herr Sydow stellt fest, dass die neuen Vorschriften erläutert und besprochen werden müssen, da durchaus Anforderungen enthalten sind, die nicht schlüssig aus dem Gesetz hervorgehen. Er fragt sich, warum Bewährtes aufgeben wird, um Neues zu erfinden.
Er stellt fest, dass der Berufsstand insgesamt stolz auf das Erreichte sein kann. Allerdings gibt er zu bedenken, dass sich die Aktivitäten des BDVI nicht allein auf das Handeln des Vorstandes und weniger ÖbVI beschränken sollten. Als Ältester noch aktiver ÖbVI des Landes Brandenburg ruft er alle jungen Kolleginnen und Kollegen auf, aktiv mitzuwirken.






TOP 17 Standesregeln des BDVI

Dass in Folge der EU-Dienstleistungsrichtlinie jetzt neue BDVI-Standesregeln notwenig wurden, berichtet ÖbVI Hartmann. Um die Dienstleistungserbringung zu erleichtern, sind Berufsorganisationen gefordert, Verhaltenskodizes (Codes of Conduct) aufbauen, die die Besonderheiten des einzelnen Berufsbildes hervorheben (z.B. Unabhängigkeit, Berufsgeheimnisse, besondere Rechtsstellung). In seinem Vortrag stellt Herr Hartmann die von der BDVI-Mitgliederversammlung am 6. Juni 2009 beschlossenen Standesregeln vor und informiert über den Sinn der Verhaltens- und Standesregeln, die als Handlungsrichtlinie von allen ÖbVI in der Praxis verbindlich praktiziert und als Chance zur Positionierung des Berufes in der Öffentlichkeit genutzt werden sollten.

Standesregeln des BDVI (von Herrn Hartmann)






TOP 18 Podiumsdiskussion: Geodaten ohne Staat

Unter der Moderation von Herrn Tilly diskutieren die Herren Prof. Dr. Asche (Universität Potsdam), Dr. Hecker (GeoKomm), Stichling (DDGI), Rauch (LGB) und Peick (ÖbVI) die These ”Geodaten ohne Staat”.
Ein Beitrag zur Podiumsdiskussion wird in ”Vermessung Brandenburg”, Heft 1/10 veröffentlicht.

 

 

 

© Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg, letzte Änderung: 16.02.2012
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