Geodätischer Raumbezug

Unsere Gesellschaft benötigt raumbezogene Informationen in fast allen Lebensbereichen. Die Landesvermessungsbehörden sorgen mit der Grundlagenvermessung für einen flächendeckenden, eindeutigen und verlässlichen Raumbezug mit amtlichem Charakter, der allen Anwendern aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft zur Verfügung steht.

Der amtliche Raumbezug besteht aus einer praxisgerechten Infrastruktur zur Bestimmung von Lage, Höhe und Schwerebeschleunigung an beliebigen Punkten mit einem eindeutigen Bezug zum Erdkörper. Er wird sowohl durch vermarkte Festpunkte als auch durch den Satellitenpositionierungsdienst SAPOS realisiert. Die mathematischen und physikalischen Grundlagen, wie Erdfigur und Abbildungsvorschrift entsprechen dem aktuellen Stand der Technik und werden in Erlassen festgelegt.

Dabei ist eine Einheitlichkeit der räumlichen Bezugssysteme über Länder- und Staatsgrenzen, aber auch über fachliche Zuständigkeiten hinweg von Vorteil.

In Deutschland wird die Verwendung der folgenden Bezugssysteme durch die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) empfohlen:

Im Land Brandenburg sind diese Bezugssysteme seit Ende der 1990er Jahre als amtliches Bezugssystem definiert. Die örtliche Realisierung und ihre Genauigkeit zeigt unten stehende Tabelle.

Alle Geobasisdaten des Raumbezuges werden grundsätzlich in den amtlichen Bezugssystemen abgegeben. Auf Wunsch können Transformationen in historische Bezugssysteme durchgeführt werden.

Die Realisierung des Raumbezuges berücksichtigt aktuelle technische Entwicklungen. So verschiebt sich die Nachfrage seit Jahren stetig zugunsten des Satellitenpositionierungsdienstes SAPOS. Die Erhaltung des Trigonometrischen Festpunktfeldes und der Höhenfestpunkte der 2. - 4. Ordnung erfolgt nur noch bedarfsorientiert in geringem Umfang. Es besteht aus:

Bei den Festpunkten und den Festpunktfeldern handelt es sich im Regelfall um vermarkte Festpunkte, deren Lage, Höhe und Schwere auf der Erde bestimmt sind und die im amtlichen Nachweis registriert werden. Daneben definiert der Satellitenpositionierungsdienst SAPOS in seiner Gesamtheit den Raumbezug. Er wird von der deutschen Landesvermessung über moderne Kommunikationsmethoden den Nutzern angeboten.

Weitere Festpunkte

Neben der Bereitstellung und Unterhaltung eines bundesweit einheitlichen Festpunktfeldes wird der Raumbezug bedarfsorientiert durch weitere Festpunkte ergänzt. Dabei handelt es sich im Regelfall um:

Lagefestpunkte 1.-4. Ordnung
Die Lagefestpunkte der Grundlagenvermessungen werden heute noch überwiegend als Bodenpunkte durch eine unterirdische Platte mit einem daraufgestellten Pfeiler vermarkt. Wegen der früher vorherrschenden Meßmethode werden die Punkte als Trigonometrische Punkte (TP) bezeichnet. Die Lagekoordinaten der TP sind mit höchster Genauigkeit bestimmt

Höhenfestpunkte 2.-3. Ordnung
Die Vermarkung der Höhenfestpunkte erfolgt fast ausschließlich durch Mauer- oder Pfeilerbolzen, die i. d.R. in Außenwänden von Gebäuden eingelassen sind. Höhenfestpunkte werden wegen des vorherrschenden Vermessungsverfahrens im Höhenfestpunktfeld als Nivellementpunkte (NivP) bezeichnet. Die Höhe der NivP ist mit höchster Genauigkeit bestimmt.

Schwerefestpunkte 2.-4. Ordnung
Schwerefestpunkte (SFP) werden i.d.R. nicht separat vermarkt. Es werden vielmehr geeignete NivP oder TP ausgewählt, für die mit Hilfe von Gravimetern die Schwerebeschleunigung mit höchster Genauigkeit bestimmt wird.


Bezugssystemrealisierung und Genauigkeiten

Lage Höhe Schwere
SAPOS-EPS (0,3 - 0,8 m);
SAPOS-HEPS (1 - 2 cm);
SAPOS-GPPS (≥ 1 cm)
SAPOS-EPS (0,5 - 1,5 m);
SAPOS-HEPS (2 - 3 cm);
SAPOS-GPPS (1 - 2 cm)
 
 
Geodätische Grundnetzpunkte (GGP)
(< 1 cm)
GGP (< 1 cm) GGP (± 12µGal)
 
Trigonometrische Punkte (TP)
1. - 4. Ordnung (< 3 cm)
Höhenfestpunkte (NivP)
1. - 4. Ordnung (< 1 cm)
Schwerefestpunkte (SFP) des
- Deutschen Schweregrundnetzes
- DHSN 1. Ordnung (± 5µGal)

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